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(pd) Wieviel für die Natur, die Landschaft und das Klima ganz konkret umgesetzt wird oder worauf im Dienste dieser öffentlichen Interessen verzichtet wird, entscheidet sich sehr oft auf kommunaler Ebene. Die Gemeinden sind daher besonders wichtige Partner für Pro Natura, beispielsweise im We­genstettertal und die Gemeinde Magden.

Den Auftakt für eine noch intensivere Zusammenarbeit mit allen Aargauer Gemeinden macht die Wohngemeinde des Pro-Natura-Aargau-Präsidenten Möriken-Wildegg. Matthias Betsche, Vizepräsidentin Isabel Häberli, Vertreter des Gemeinderats sowie der Landschaftsschutzkommission pflanzen symbolisch zwei Hochstamm-Apfelbäume seltener Sorten!

Think global, act local
«Der globale Klimawandel betrifft uns auch im Aargau. Es bringt aber nichts, sich über die Mikroschritte der globalen Klimakonferenzen zu ärgern und die Hände in den Schoss zu legen», mahnt Matthias Betsche, Präsident von Pro Natura Aargau: «Wir können hier und jetzt alle vor Ort ganz konkret dazu beitragen, dass die Klimaveränderung lokal und global gemildert wird!» Die Massnahmen, die jeder Einwohnerin, jeder Einwohner beisteuern kann – Abfallvermeidung, «persönliche Verkehrspolitik» usw. – sind bekannt. Auch der persönliche Beitrag zur lokalen Biodiversität auf dem Balkon und im Garten setzen immer mehr Leute um.

Kühlung und Nutzen für alle in der Gemeinde
Doch auch die Gemeinden spielen beim Klimaschutz eine wichtige Rolle. Matthias Betsche betont: «Die Gemeinden können viel tun (und lassen) um die CO2-Bilanz zu verbessern und die Attraktivität als Wohnort zu steigern. Das beginnt mit der klimafreundlichen Gestaltung der öffentlichen Grundstücke und Restflächen.» Ruderalflächen und Blumenwiesen benötigen weniger Maschineneinsatz und damit CO2-Ausstoss als langweilige Rasenflächen. Ein reich strukturierter Siedlungsraum kann Ausgleich für die intensiver bewirtschafteten Landwirtschaftsflächen sein. Sie verschönern das Ortsbild. Bäume beschatten die Hauswände, kühlen durch Verdunstung. Sie sorgen dadurch in den heisser werdenden Sommern für ein erträgliches Lokal­klima. Wer aus dem offenen Feld in den Schatten eines Obstgartens tritt, erfährt dies 1:1. Siedlungsränder, die im kühlen Schatten von Bäumen liegen, verbessern
das Klima der angrenzenden Bauzone. Und schliesslich wirken die bandförmigen Strukturen als wichtige Vernetzungskorridore für Pflanzen und Tiere. Matthias Betsche: «Es freut mich daher sehr, dass meine Gemeinde sich mit der Aufwertung und Umsetzung von attraktiven Ortseingängen und der Vernetzung für Amphibien und Kleinsäuger auseinandersetzt».
Die Gemeinden können zudem helfen, CO2 im Boden vor Ort zu binden. Flurbezeichnungen, welche «Moos», «Au» oder «Ried» enthalten, verraten eine Geschichte als Feuchtgebiet. Drainageschächte, die hoch aus dem Boden ragen, zeigen, wie viel CO2 einst als Humus im Boden gebunden war. Durch die vielen Drainagen wird dieses CO2 im Boden freigesetzt und heizt heute dem Klima ein. Gespräche der Gemeinde mit Landwirten und die Beratung durch Fachleute lohnen sich für das lokale und globale Klima, oft jedoch auch für das Portemonnaie der Bauern. Die sorgfältige, sachgerechte Wiedervernässung solcher Flächen kühlt das lokale Klima, wirkt als CO2-Senke, fördert die Bodenfruchtbarkeit der Zukunft und kann über Direktzahlungen abgegolten werden. Der Präsident von Pro Natura Aargau Matthias Betsche: «Die Neuverpachtung von Pachtland nach ökologischen Kriterien ist für jede Gemeinde eine grosse Chance, einen Beitrag zum lokalen und globalen Klimaschutz zu leisten.»

Robuste Sorten ohne Gift – zum Beispiel der «Helliker Totenapfel»
«Ich bin stolz auf den Setzlingsmarkt: Alljährlich können hier auf Schloss Wildegg alte, robuste Sorten gekauft werden, die schon vor Jahrhunderten ohne Pestizide Ertrag brachten», freut sich Matthias Betsche, «und besonders stolz bin ich auf unseren ‹Möriker›.» Dieser Winter-Tafel-Apfel ist jedoch bei weitem nicht die einzige lokale Obstsorte im Aargau. Der «Helliker Totenapfel» etwa treibt so spät aus, dass man ihn im Frühjahr für tot halten könnte. Vielleicht kommt der eigenartige Name daher. Mit dem Helliker Totenapfel wird nicht nur ein Baum, sondern auch ein Zeichen gesetzt: Am 25. Mai wird das «Flederhaus» von Pro Natura Aargau nach seiner sachgerechten Sanierung in Wegenstetten eröffnet.

Mit Magden ist gut Kirschen essen
«Ohne die hervorragende Zusammenarbeit mit den engagierten Gemeinden im Wegenstettertal könnten wir die ‹Grosse Hufeisennase› nicht retten», gibt Matthias Betsche unumwunden zu. «Wir durften jedoch auch feststellen, dass mit der Gemeinde Magden gut Kirschen essen ist – Kirschen der Sorte ‹Magda› selbstverständlich, welche weniger von der Kirschessigfliege befallen wird: Diese gute Zusammenarbeit wollen wir mit allen Gemeinden! Wir wollen mit ihnen allen Natur, Umwelt und Klima schützen – als Markenzeichen für unseren wunderschönenKanton Aargau!»

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